Weihnachten - Hermann Hesse




Ich sehn' mich so nach einem Land
der Ruhe und Geborgenheit
Ich glaub', ich hab's einmal gekannt,
als ich den Sternenhimmel weit
und klar vor meinen Augen sah,
unendlich groÃes Weltenall.
Und etwas dann mit mir geschah:
Ich ahnte, spürte auf einmal,
daà alles: Sterne, Berg und Tal,
ob ferne Länder, fremdes Volk,
sei es der Mond, sei's Sonnnenstrahl,
daà Regen, Schnee und jede Wolk,
daà all das in mir drin ich find,
verkleinert, einmalig und schön
Ich muà gar nicht zu jedem hin,
ich spür das Schwingen, spür die Tön'
ein's jeden Dinges, nah und fern,
wenn ich mich öffne und werd' still
in Ehrfurcht vor dem groÃen Herrn,
der all dies schuf und halten will.
Ich glaube, daà war der Moment,
den sicher jeder von euch kennt,
in dem der Mensch zur Lieb' bereit:
Ich glaub, da ist Weihnachten nicht weit!

Hermann Hesse (1877-1962)




weihnachtsgirl, 23.09.2009 16:32, Gedichte
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